MehrRaum. WenigerBauen. Nr.1

Die zeitgerechte Stadt – Potentiale der Mehrfachnutzung.

Datum: 03.09.2026/18- Uhr
Format: Eröffnungsreferat mit Apéro
Moderation:
Treffpunkt: Schauraum B c/o Blaser Architekten AG, Austrasse 24, CH-4051 Basel
Treffpunkt:
Jan Foerster
Jan Foerster

Jan Foerster

Dipl.-Ing. Architekt, Teamwerk-Architekten GmbH, München
Teamwerk-Architekten GmbH
Teamwerk-Architekten GmbH

Jan Foerster ist Diplom-Ingenieur Architekt und Gründer von Teamwerk Architekten in München und Berlin. Nach dem Studium der Architektur an der Technische Universität München und einem Studienaufenthalt an der Architectural Association in London schloss er 2000 sein Diplom ab. Bereits während des Studiums gründete er im Jahr 2000 sein eigenes Architekturbüro. Als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes entwickelte er früh einen interdisziplinären Blick auf Architektur, Stadt und Gesellschaft. Von 2003 bis 2005 war er wissenschaftlicher und lehrender Mitarbeiter am Lehrstuhl für Grundlagen der Planung der Universität Stuttgart. Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit nachhaltiger Stadtentwicklung, Bauen im Bestand, Umnutzung und innovativen Mehrfachnutzungskonzepten. Seine Arbeit verbindet architektonische Qualität mit ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und wird durch Forschung, Lehre, Vorträge und Publikationen ergänzt.
‍

Das Referat von Jan Förster beschäftigt sich mit den Potenzialen der Mehrfachnutzung von Räumen als Antwort auf gesellschaftliche, ökologische, ökonomische und technologische Veränderungen. Viele Flächen stehen leer, während gleichzeitig andernorts Raum fehlt. Statt neue Gebäude für eine einzige, möglicherweise bald überholte Funktion zu bauen, können bestehende Räume über unterschiedliche Zeiten und für verschiedene Nutzende und Nutzungen aktiviert werden. Damit steht das Prinzip „Form follows Function“ zur Diskussion: Architektur sollte nicht auf eine Funktion optimiert sein, sondern auf seine Nutzugnen und Potenziale. Mehrfachnutzung kann ökonomische, soziale und ökologische Synergien schaffen. Anhand verschiedener Projekte zeigt er, wie flexible Grundrisse, reversible Elemente und geeignete Betriebskonzepte solche Nutzungsvielfalt ermöglichen. Zugleich benennt er Hindernisse wie Exklusivitätsansprüche, Koordinationsaufwand, fehlendes Vertrauen sowie Bau- und Brandschutzrecht. Architektur versteht sich als Ermöglicher und Provokation: Räume sollen Nutzungen initiieren und offen für zukünftige Entwicklungen bleiben.