1. Welche individuellen Bedürfnisse und Wünsche sind bei der Planung besonders wichtig – und wie wurden diese im Entwurf bisher berücksichtigt?
Meiner Ansicht nach baut man nicht nur für sich selbst, sondern auch für zukünftige Generationen. Daher möchte ich mit Weitsicht planen und habe mich beispielsweise für eine Doppelgarage entschieden – obwohl ich selbst mit einer Einzelgarage auskomme. Ausserdem macht die globale Erwärmung auch vor Liesberg nicht Halt. Deshalb sind Themen wie Minergie, Photovoltaik, Wärmedämmung, Komfortlüftung und Klimaanlage Punkte, die ins Projekt integriert werden sollten.
2. Gibt es bestimmte Räume oder Elemente im Haus, auf die Sie sich besonders freuen oder die Ihnen besonders am Herzen liegen?
Klar, der unverbaubare Blick in die Natur dank der natürlichen Hanglage ist definitiv etwas, worauf ich mich freue. Aber auch auf die hohen Räume sowie eine gute Schall- und Lichtisolation. Das Haus ist nach Süden ausgerichtet – also der Sonne entgegen. Richtung Strasse und den Seiten wird es nur wenige Fenster geben. Auch ist eine Klimaanlage vorgesehen – ebenfalls ein schöner Bonus.
3. Gab es beim bisherigen Planungsprozess Momente, in denen sich Ihre Vorstellungen geändert haben? Wenn ja, warum?
Ja, schon – das ist ja alles work in progress. Man geht zwar mit bestimmten Vorstellungen, Wünschen und Ideen in die Planung, aber gerade im Austausch mit Fachpersonen und durch weitere Recherchen zeigt sich oft, dass gewisse Dinge doch nicht so unkompliziert oder kostengünstig umzusetzen sind. Manchmal bekommt man auch neuen Input, der plötzlich besser gefällt als die ursprüngliche Idee – das ist ganz normal. In meinem Fall habe ich aus Kostengründen auf eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade verzichtet. Dieses Geld habe ich lieber in zusätzlichen Wohnraum investiert. Auch hatte ich ursprünglich die Idee, einen Luftschutzraum einzubauen – das ist auf der Prioritätenliste aber nach hinten gerutscht. Und aus dem wasserführenden Holzofen wurde in der Planung nun ein Speicherofen.
4. Welche Rolle spielten Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bei Ihrem Bauprojekt – und wie werden diese Aspekte umgesetzt?
Wie eingangs erwähnt: Der Klimawandel macht auch vor Liesberg nicht Halt. Mein Ziel war deshalb ein möglichst nachhaltiger und energieeffizienter Bau mit Minergie-Label. Lehm und Stroh fand ich in diesem Kontext sehr spannend – letztlich fiel die Wahl aber auf Beton, der seinerseits viele Vorteile hat.
5. Welche architektonischen Konzepte oder Gestaltungsprinzipien waren Ihnen persönlich wichtig – z. B. Stil, Offenheit, Rückzug, Lichtführung?
Mein Grundstück befindet sich am Hang – diese Besonderheit, die auch ihre Herausforderungen mit sich bringt, wollte ich mir zunutze machen: Der Eingang zur Strasse hin ist nach Norden ausgerichtet – diese Seite soll bewusst reduziert und schlicht wirken. Der Wow-Effekt entsteht vis-à-vis in Südrichtung – mit grossen Fenstern, einer Terrasse und viel Tageslicht.
6. Genau, Hanglagengelten als herausfordernd – welche besonderen baulichen oder planerischen Lösungen kamen bei Ihrem Projekt zum Einsatz?
Der Hang war für mich eher Vor- als Nachteil. Der Keller im Untergeschoss befindet sich auf derselben Ebene wie ein Teil der Wohnräume – der Kinoraum ist somit neben dem Wohnzimmer, nicht wie üblich im Keller. Das verbindet die einzelnen Bereiche besser! Was mir auch gefällt: Durch den Hang lässt sich der Garten in einzelne Abschnitte bzw. Terrassen gliedern. Der wohl wichtigste Vorteil ist aber die Unverbaubarkeit und die grossartige Aussicht.
7. Wie wurde das Thema Tageslicht, Verschattung oder Raumklima im Entwurf berücksichtigt – gerade bei einer Hanglage mit speziellen Sonnenverhältnissen?
Die Verschattung ist bei Minergie ein wichtiges Thema. Die Südfassade ist vollverglast, aber gut verschattet. Die Fenster gegen Osten wurden verkleinert, um im Sommer nicht zu viel Hitze hereinzulassen. Im Norden – zur Strasse und zum Hügel hin – gibt es nur wenige Fenster. Das sorgt einerseits für Privatsphäre und andererseits für Kühlung. Die Klimaanlage regelt den Rest.
8. Welche Rolle spielte die technische Gebäudeausstattung (z. B. Heizung, Lüftung, Smart Home) im architektonischen Gesamtkonzept?
Ein Minergie-Haus stellt hohe Anforderungen an die Technik – von der Komfortlüftung über die Heizung bis hin zu Photovoltaik und Batterie. Ob es eine Smart-Home-Lösung geben wird, ist noch offen, aber durchaus denkbar.
9. Welchen Rat würden Sie anderen Auftraggeber:innen geben, die ein individuelles Haus an anspruchsvoller Lage realisieren möchten?
Mit einem guten Team an der Seite – bestehend aus Expert:innen – kann eigentlich nichts schiefgehen.

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